Transkodierung / Transcoding

Definition


Manovich schreibt:


"The last, fifth principle of cultural transcoding aims to describe what in my view is the most substantial consequence of media’s computerization [...] New media in general can be thought of as consisting from two distinct layers: the “cultural layer” and the “computer layer”.


Since new media is created on computers, distributed via computers, stored and archived on computers, the logic of a computer can be expected to significant influence on the traditional cultural logic of media. That is, we may expect that the computer layer will affect the cultural layer. The ways in whichcomputer models the world, represents data and allows us to operate on it; the keyoperations behind all computer programs (such as search, match, sort, filter); the conventions of HCI — in short, what can be called computer’s ontology, epistemology and pragmatics — influence the cultural layer of new media: its organization, its emerging genres, its contents".

Filter- und Sortierkompetenz

filter

Unterrichts- und Personalentwicklung

Filterkompetenz, die in Mehr als 0 und 1: Schule in einer digitalisierten Welt , erwähnt wurde, basiert auf den Operatoren auf die Datenbanken SELECT, FROM und WHERE (sowie AND, OR, NOT, ALL, ANY). Denkt man das weiter, kommt man auf die Sortierkompetenz, die von den Operatoren JOIN, GROUP BY, ORDER BY, PRIMARY KEY abgeleitet werden kann.


Diese Kompetenzen sind nicht nur für die Lernenden wichtig, sondern auch zunehmend für die Lehrenden. Wenn früher die Lehrerinnen und Lehrer mit dem Mangel an Lehrmaterial konfrontiert waren, erleben sie heute den Überfluss an (Lehr-)material und Lernsoftware.


Verteilte Kontrolle

control

Unterrichts-, Organisation- und Technologieentwicklung

Digitale Kultur hat eine dialektische Form der Kontrolle entwickelt, die zugleich auf stark zentralisierte bis totalitäre und selbstverwaltende Techniken zugreift - das Protokoll.


TCP/IP ist das non-hierarchische Protokollmodell, das als Peer-to-peer-System aufgebaut ist und somit das demokratische Prinzip der verteilten Machtverhältnisse repräsentiert (distributed control). Das DNS-Protokoll ist stark hierarchisch wie eine Baumstruktur organisiert


Für die schulische Bildung bedeutet das vor allem die Notwendigkeit von Aufklärungsarbeit und notwendig der Einführung des Faches Digitalkunde oder Aufnahme dieser Themen in das Informatik-Curriculum. Auf der Technologie- und Organisationsentwicklungsebene ist das Thema Datenschutz ist eine wichtige Baustelle.


Bildungsnetzwerke

network

Unterrichts-, Personal-, Organisation- und Kooperationsentwicklung

Unter Bildungsnetzwerken werden „Beziehungsgefüge zwischen Bildungsakteuren“ verstanden (s. Kolleck 2016). In Bezug auf das Potential, das die Bildungsnetzwerke für die Schulen bilden, spricht Rolff von horizontaler Schulentwicklung.

Mögliche Typen für interne Bildungsnetzwerke:


  • Lernende ↔ Lernende
  • Teamwork ist eine der Schlüsselkompetenzen in der modernen Arbeitswelt: WeQ wird höher als IQ geschätzt. Erfolgreiches Beispiel: das Projekt Medienscouts NRW dienen, das die Schüler zu jungen Medienberatern qualifiziert, die das erworbene Wissen zu den digitalen Themen in der eigenen Schule den Mitschülern weitertragen.

  • Lehrende ↔ Lehrende
  • Die Kollaboration und Kooperation unter den Lehrkräften wird momentan zu einem großen Thema, das unter dem Begriff collaborative teaching, oder auch Teamschule, diskutiert wird.

  • Lehrende ↔ Lernende
  • Die Weiterbildung der Lehrkräfte durch Schülerinnen und Schüler ist eine weitere Möglichkeit des Netzwerkaufbaus. Diesen experimentellen Weg ist die Evangelische Schule Berlin Zentrum gegangen, indem sie ein Projekt Schüler schulen Lehrer ins Leben gerufen hat.

Unter externen Netzwerken versteht man die Verbindungen unter Schulen, zwischen Schulen und regionalen Institutionen, Betrieben, Hochschulen und Weiterbildungsinstitutionen und Teilnahme an Netzwerkverbünden und von den Stiftungen initiierten Bildungslandschaften.


Die Partizipation von Eltern kann auch als Netzwerkausbaumaßnahme klassifiziert werden: zum Beispiel könnten die Eltern als Experten Einblicke in von ihnen ausgeübten Berufe geben.


code/space

codespace

Organisations-, Kooperations- und Unterrichtsentwicklung

Die Schule kann als code/space verstanden werden. Dadurch entstehen folgende Potentiale für die Schule:


  • Neue Architektur
  • Die Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft führt ein Projekt Pädagogische Architektur: Lebens- und Lernraum Schule durch, das sich mit der Gestaltung der Schulbaukultur beschäftigt.

    Beispiele: Heliosschule in Köln, Ørestad Gymnasium in Kopenhagen.


  • Abschaffung der Hausaufgaben
  • Das Lernen endet nicht nach dem Ende des Schultags und fängt nicht mit der Hausaufgabe zu Hause wieder an. Es stellt sich insofern die Frage, ob Hausaufgaben in der Form, wie sie meistens gegeben werden – als praktische Übungen zu einem theoretischen Thema, das in der Stunde bearbeitet wurde, – noch sinnvoll und lernfördernd ist. Die Ganztagschulen räumen da mehr Freiheit ein, indem sie durch den verlängerten Schultag (etwa 7 Stunden) offenere und zeitlich flexiblere Lernformen ermöglichen oder zumindest die Schülerinnen und Schüler die Hausaufgaben in der Schule machen lassen.


  • Kooperation mit außerschulischen Partnern
  • Außerschulische Partner wie Stiftungen, gemeinnützige Projekte, Initiativen von Unternehmen, Kommunen und anderen Bildungsinstitutionen wie Universitäten oder Fachhochschulen, spielen für die Schule eine zunehmend große Rolle.

    Beispielprojekte der Stiftungen: Teilhabe in einer digitalisierten Welt , Digitales Lernen Grundschule , Schule digital – Der Länderindikator, Forum Bildung Digitalisierung usw.


  • Authentic Learning
  • Authentic learning, oder real life learning, bettet Szenarien der realen Lebenswelt in den Lernprozess ein. Das authentische Lernen besteht aus zehn Elementen wie real-world relevance, multiple sources and perspectives, interdisciplinary perspective, integrated assessment, multiple interpretations and outcomes usw. Auf ähnlichen Prinzipien basiert das Konzept des entdeckenden Lernens (discovery learning)

Commons

commons

Unterrichtsentwicklung

Die Commons – informationelle Gemeingüter – sind eine Kulturtendenz, die sich der Kommerzialisierung und Monopolisierung des World Wide Web gegenüberstellt. Open Educational Ressources (OER) – Lernmaterialien und Lernsoftware, die unter der Creative-Commons-Lizenz frei zur Verfügung stehen – sind ein Teil der Open-Education-Bewegung.


Im Kontext der Commons wird die Idee des Schulclouds kritisch gesehen. Solche Plattformen, behauptet Stalder, „bedienen sich der gemeinschaftlichen Ressourcen, um darauf aufbauend geschlossene und zentralisierte Dienstleistungen anzubieten“. Darauf basiert auch die Kritik am Projekt des Hasso-Plattner-Instituts Schul-Cloud. Erstens ist diese Cloud-Lösung als zentralisierter Dienst gedacht, was die Frage der Openness aufwirft. Zweitens unterstützt die Schul-Cloud das klassische lehrerzentrierte Lernmodell.

Dauergegenwart

dauergegenwart

Unterrichts- und Organisationsentwicklung

Die digitale Kultur lebt in der Dauergegenwart: „die technische Vision der digitalen Kommunikation ist immer das Hier und Jetzt“, sagt Stalder.

Laut dem Konzept des lebenslangen Lernens findet das Lernen zeit- und ortsunabhängig statt. Institute For The Future verzeichnet den Übergang von in Institutionen verankerter Bildung zu continious learning flows, die sich vom episodischen Lernen unterscheiden.


Der schulische Unterricht, der 45 Minuten dauert, mit 5 bis 30-minütigen Pausen, entspricht nicht mehr der offenen und flexiblen Lernkultur im digitalen Wandel. Der Zustand der Dauergegenwart und Beschleunigung aller gesellschaftlichen Prozesse werfen die Idee der Auflösung bestehender zeitlicher Strukturen und die Schaffung neuer Rhythmisierungen in der Schule auf dem Weg zum selbstorganisierten und selbstgesteuerten Lernen auf.

CTRL+C

copy

Unterrichtsentwicklung

Jussi Parikka: „The process of copying is a key cultural technique of modernity”.


Für den Bildungsbereich kann dies zur Folge haben, dass verantwortungsloser mit Quellen umgegangen wird. Quellen kritisch auszuwerten, zu nutzen und dabei die Urheberrechte nicht zu verletzen, gehört zu den fächerübergreifenden Kompetenzen, die die Schule zu vermitteln hat.

Internationalisaton

internationalisation

Organisations- und Personalentwicklung

Mit der Ausbreitung digitaler Technologien hat sich die Rolle der englischen Sprache als lingua franca der Gegenwart entwickelt. Die IT-Community kommuniziert auf Englisch, die Programmiersprachen lehnen sich an das Englische an. Viele Software-Produkte werden nur auf Englisch angeboten.


Für die Schule in allen ihrer Entwicklungsdimensionen bedeutet es, dass in Zukunft die Fremdsprachen und internationale Bildungsstrukturen und -netzwerke an Bedeutung gewinnen würden:

  • Schulaustausch als Voraussetzung für den Schulabschluss;
  • Steigerung der Kompatibilität zwischen verschieden Schulen in verschiedenen Ländern;
  • Größere Rolle der globalen Fragestellungen und Themen;
  • Größere Rolle der Fremdsprachenkompetenz für Lehrkräfte.