Variabilität / Variability

Definition


Die Definition aus The language of new media:

"A new media object is not something fixed once and for all but can exist in different, potentially infinite, versions. This is another consequence of numerical coding of media (principle 1) and modular structure of a media object (principle 2). Other terms which are often used in relation to new media and which would be appropriate instead of “variable” is “mutable” and “liquid.”


Jede Konstante wird nach diesem Prinzip in dem Code durch eine Variable ersetzt, um u.a. maximale Personifizierung der Angebote zu ermöglichen. So werden zum Beispiel die Webseiten „on the flow“ generiert – unendlich oft, für jeden User einzeln, dabei können die Inhalte ganz unabhängig von den Zugreifenden aktualisiert werden.

In software culture, we no longer have „documents”, „works”, „messages” or „recordings” in twentieth-century terms. Instead of fixed documents […] we now interact with dynamic „software performances” (Manovich in Software takes command).


Datenbank-Struktur

database

Organisations- und Unterrichtsentwicklung

Die Datenbank ist eine neue Kulturform, die im Vergleich zu der alten Form – der Narration – zwei wichtige Eigenschaften besitzt: sie ist nicht-linear und nicht-hierarchisch.


Auf der Ebene der Organisationsentwicklung unterstützt die Datenbank-Struktur das innerschulische Management und fördert den Übergang zum automatisierten Management (automated management).


Werden im Unterricht Lernapps und Lernplattformen eingesetzt, besteht die Möglichkeit, die Daten über Lernaktivitäten jedes einzelnen Lernenden und der Gesamtheit aller Lernenden zu sammeln. Dies automatisiert die Bewertung und bietet einen Überblick über die Lernfortschritte der Lernenden (learning analytics).


Die Logik der Datenbank unterstützt auf der Metabene die Idee des demokratischen Lernens und der Integration. Wie die Elemente in der Liste, die sich in keinen hierarchischen Verhältnissen befinden, können in der Schule übliche hierarchisierte Strukturen zum Teil abgeschafft und durch demokratische Vorgehen ersetzt werden. (Beispiele: Projekt Building a New Operational Culture, Demokratische Schule X, Projekt aula ).


Hypermedia

hypermedia

Unterrichtsentwicklung

Hyperlinks sind die „Kabel“ digitaler Medienobjekte: sie verbinden deren Teile, die aber (und das ist der Unterschied von traditionellen Medien!) an sich unabhängig bleiben. Die Hyperlinks sorgen einerseits für die Interaktivität eines Medienobjektes und ermöglichen andererseits neue Logiken der Verbindungen zwischen dessen Teilen.


Das Prinzip der Verlinkung wird von Stalder als Referentialität bezeichnet und zu einem der bedeutendsten Prinzipien der zeitgenössischen Kultur erklärt. Stalder definiert Referentialität als „Methode, mit der sich Einzelne in kulturelle Prozesse einschreiben und als Produzenten konstituieren können“.


Phenomenon-based learning ist ein Konzept, das auf die Organisation der Lernprozesse in Form von Fächern verzichtet und ganzheitliche Ansätze bevorzugt. Phänomene sind solche ganzheitliche Themen wie Mensch, Europäische Union, Medien und Technik, Wasser oder Energie. Fächerübergreifende / interdisziplinäre Themen sind nach der Schulreform in Finnland 2016 zum festen Bestandteil des Curriculums geworden. Klassische Schulfächer werden durch fächerübergreifende Themen „verlinkt“, was dem Ausbau komplexer Wissensstrukturen dient.

Updates

update

Unterrichts-, Personal-, Organisationsentwicklung

„To be is to be updated“ (Chun 2016: Preface) – lautet das Gesetz digitaler Welt. Die Software-Objekte aktualisieren ständig die Inhalte (Datenbank), ohne die Struktur (Algorithmen) zu ändern, und Algorithmen, ohne die Datenbank zu ändern.


„What if curricula had life cycles like software?”, fragen sich die Autoren des Buches Digital_humanities. Auf der Ebene der Unterrichtsentwicklung geht es um die ständigen Updates der Lerninhalte, die sich infolge des regelmäßigen Updates der Software aktualisieren.


Auf der Ebene der Lehrerfortbildung ist für die Lehrkräfte wichtig, den digitalen Wandel selber zu verstehen (z.B. Campus Seminar). Zweitens ist die Änderung der Lehrerrolle vom Wissensträger zum Lernbegleiter (learning guidance) für viele Lehrerinnen und Lehrer nicht leicht zu akzeptieren.


Schließlich knüpft auch die Schule selbst als lernende (Holtappels) und gestaltende (Blömecke) Organisation und der Forschungsbereich der Schulentwicklung an die Idee von Updates an.